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In den nächsten Monaten bauen wir einen neuen Milchviehstall und auch einen neuen Milchverarbeitungsraum.
Durch die erhöhte Arbeitsbelastung mit der Baustelle, sahen wir uns gezwungen die Milchverarbeitung auf längere Zeit ruhend zu stellen.
Nach Abschluss der Baustelle wird es neben pasteurisierter Milch dafür dann weitere Milchprodukte bei uns zum Kauf geben.

Ab 2023 werden wir unsere Gülle bodennah mittels Schleppschuh ausbringen. Details dazu findet ihr im Abschnitt "Technik".

Auch wenn die Landwirtschaft ein sehr ursprünglicher Erwerbszweig ist, darf sie sich nicht vor neuen Entwicklungen und technischen Errungenschaften verschließen.
Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass zumeist die Betriebe bestehen bleiben, die für Neues offen sind.
Uns ist es wichtig unsere Tiere beim Namen nennen zu können und sowohl die körperlichen als auch charakterlichen Eigenheiten einer jeden Kuh zu kennen.
Um die Gesundheit unserer Tiere bestmöglich gewährleisten zu können, vertrauen wir auf technische Einrichtungen im und um den Stall.

Mit unserem Futtervorschieber können wir schnell und mühelos Heu, Grünfutter und Silage bis vor die Mäuler der Kühe schieben, so dass das Futter immer in Reichweite unserer gefräßigen Tiere liegt.
Neben diesem vorgelegten Futter, holt sich im Fütterungsautomaten zusätzlich dazu jede Kuh genau die Menge an Kraftfutter (Eiweißfutter, Mineralstoffmischungen,...), die sie aufgrund ihrer aktuellen Milchleistung gerade benötigt um leistungsfähig und fit zu bleiben.
Das Brunsterkennungssystem, das die (Ohr-)Bewegungen der Tiere ausliest, gibt uns nicht nur Bescheid, wann eine Kuh bereit ist belegt zu werden, sondern hilft uns auch mögliche Krankheiten zu erkennen, bevor sie augenscheinlich werden.

Beim Neubau unserer Maschinenhalle haben wir darin eine Heuballentrockung integriert, um eine bessere Qualität des Futters zu erreichen.
Unsere Photovoltaikanlage wird nicht nur zur Erzeugung und Speicherung des Stromes verwendet. Die warme Luft, die sich unter den Modulplatten bildet, wird zum Trocknen der Heuballen herangezogen.
Ein abgetrennter Bereich der Maschinenhalle wird als Getreidelager genutzt. Die unterschiedlichen Getreidesorten können von den einzelnen Lagerbereichen direkt mittels Schnecken in eine Getreidemühle inkl. Wiegebehälter befördert werden und gelangen danach mittels Schnecke bis zum Fütterungsautomaten.

Ende 2022 haben wir unser Güllefass mit einem Schleppschuh aufgerüstet. Die Gülle wird somit nicht mehr verspritzt, so dass sie am Gras haften bleibt. Die "Schuhe" am Ende der Verschlauchung schieben die Grashalme zur Seite, damit die Gülle direkt in den Boden sickern kann. Dadurch wird nicht nur das zukünftige Futter weniger verschmutzt, sondern auch die Emissionen verringert. Die Geruchsbelästigung sinkt und die Gülle kann auch präziser ausgebracht werden, wodurch auch die Grundstücksränder gut gedüngt werden können, ohne angrenzende Gründe, Straßen oder gar Häuser zu beschmutzen.

Damit die mit dem Schleppschuh ausgebrachte Gülle noch besser in den Boden einsickern kann, separieren wir sie zuvor. Das heißt wir trennen die flüssigen von den festen Bestandteilen mittels eines Separators. Wie ihr euch das vorstellen könnt, seht ihr in unten angeführtem Video.

Beim Pasteurisieren werden Lebensmittel erhitzt um sie länger haltbar zu machen und etwaige Keime abzutöten.
In unserem Fall erhitzen wir die Milch auf ca. 65°C und schalten somit die Enzyme und Bakterien großteils aus, die die Milch sauer machen. Da wir die Milch nicht aufkochen, sondern eben nur pasteurisieren, behält sie ihren ursprünglichen Geschmack.
Im Gegensatz zu Milch aus dem Supermarkt wird unsere Milch nicht homogenisiert. Daher ist es ganz normal, dass sich der Rahm nach kurzer Zeit oben absetzt und eine Schicht bildet, die in der Flasche oben auf der Milch schwimmt.
Das ist ganz normal und kein Zeichen dafür, dass die Milch alt oder gar ungenießbar ist!
Wie die meisten Milchbetriebe in unserer Gegend ist bei uns "Fleckvieh" die Hauptrasse.
Fleckvieh hat die Vorteile, dass es sowohl einen relativen guten Milchertrag hat, als auch eine gute Fleischmenge hat. Je nachdem welche Vor- oder Nachzüge die Kuh hat, kann es aber sein, dass wir sie gelegentlich mit reinen Milch- oder Fleischrassen kreuzen.
Wir arbeiten gerne mit Tieren und in der Natur und lieben es unsere eigenen Ideen umzusetzen.
Außerdem mögen wir den Gedanken, etwas weitergeführt zu haben, dass wir der nächsten Generation guten Gewissens übergeben können. Und natürlich ist es ein gutes Gefühl zu wissen, woher die Milch und das Fleisch kommen, das man isst.
